Nördlich Lägern hält sich für mögliche Etappe 3 bereit

Am Donnerstagabend fand in Weiach die 14. Regionalkonferenz statt. Dabei wurde klar, dass noch offen ist, ob die Region Nördlich Lägern in die Etappe 3 des Sachplanver-fahrens aufgenommen wird. Dies, weil das ENSI von der Nagra weitere Unterlagen zum Kriterium Tiefe verlangt. Zurzeit laufen mit den beiden von der Nagra vorgeschlagenen Regionen Jura-Ost und Zürich-Nordost die Vorbereitungsarbeiten zur Etappe 3. Nördlich-Lägern wird darüber durch das BFE laufend informiert und wird zudem in den übergeordneten Arbeitsgruppen weiterhin vertreten sein.

Anfang 2015 beantragte die Nagra bei den Bundesbehörden, die Standortregion Nördlich Lägern wegen ungünstigem Platzangebot in der bevorzugten Tiefe zurückzustellen. Anfang September wurde bekannt, dass die von der Nagra eingereichten Unterlagen dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI nicht ausreichen. Es fordert jetzt weitere Unterlagen von der Nagra.

Michael Wieser vom ENSI legte dar, dass seine Behörde ausserordentliche Anforderungen an die Vorabklärungen habe und deshalb von der Nagra neben den bereits geleisteten umfangreichen Untersuchungen weitere Unterlagen einfordere, zum Beispiel zum Verhalten des Opalinustons in tiefen Lagen, Angaben zum Bauwerk in diesen Tiefen und den entsprechenden Auswirkungen auf die Langzeitsicherheit. Er wies darauf hin, dass tief gebaute Tiefenlager nicht nur Nachteile aufweisen, sondern auch Vorteile, da sie nicht so schnell von einer möglichen Oberflächenerosion bedroht sind.

 

Nagra steht weiterhin zu den gemachten Standortvorschlägen

Piet Zuidema legte im Anschluss nochmals dar, dass aus Sicht der Nagra mit grösserer Tiefe, die Garantie für die Langzeitsicherheit schwieriger wird. Die Nagra akzeptiere aber, dass für das ENSI die vorgebrachten Argumente nicht nachvollziehbar seien und werde – so dann die konkreten Anforderungen vorliegen – die verlangten Unterlagen nachliefern. Auf Nachfrage eines Teilnehmers erklärte Piet Zuidema, dass die Nagra nach wie vor zu den von ihr gemachten Standortvorschlägen stehe.

Thomas Flüeler, Vertreter des Kantons Zürich, kündete an, dass zu den bestehenden Standortvorschlägen der Nagra von den Standortkantonen vier Expertenberichte bestellt worden seien, welche im Februar 2016 dem Ausschuss der Kantone präsentiert würden.

Stefan Jordi vom Bundesamt für Energie wiederholte seine Aussage vom letzten Februar, dass bis zum Bundesratsentscheid (voraussichtlich 2018) noch kein Standortgebiet definitiv ausgeschieden sei und beschrieb den Prozess zur Vorbereitung der Etappe 3. In dieser Vorbereitungsphase werden zusammen mit den betroffenen Regionen Jura-Ost und Zürich-Nordost die künftigen Kompetenzen der Regionalkonferenz geklärt und ihr Konzept in Etappe 3 definiert. Zudem werden eventuelle Anpassungen der Regionen geprüft. Ziel der Etappe 3 sei die Erarbeitung von Massnahmen im Rahmen der regionalen Entwicklungsstrategie.

Nördlich Lägern verpasst nichts
Nördlich Lägern wird bis auf weiteres in den übergeordneten Arbeitsgruppen des Sachplanverfahrens vertreten sein. Zudem wird die Leitungsgruppe vom BFE laufend bei den Vorbereitungsarbeiten zu Etappe 3 beigezogen. Stefan Jordi betonte, dass Nördlich Lägern also nichts verpasse, falls die Region doch nicht zurückgestellt werde. Es bestünde genügend Zeit, sich in diesem Fall in die Gestaltung von Etappe 3 einzubringen. Zu den nachzuholenden Arbeiten gehörten auch seismische Untersuchungen des Gebietes.

Hanspeter Lienhart, Präsident der Regionalkonferenz: „Wir haben darüber abstimmen lassen, wie die Regionalkonferenz die Intervention des ENSI beurteilt. Dabei zeigte sich: Eine überwiegende Mehrheit der Mitglieder hat weiterhin Vertrauen in den Prozess des Sachplanverfahrens“.

Präsident Hanspeter Lienhart wiedergewählt

Gemäss Organisationsreglement musste nach vier Jahren die Leitungsgruppe wieder gewählt werden. Paul Willi und Andrea Weber stellten sich dafür nicht mehr zur Verfügung. Die Vollversammlung bestätigte die übrigen Mitglieder und den Präsidenten Hanspeter Lienhart. Zudem wählte sie Stefan Arnold und Gabriela Winkler neu in die Leitungsgruppe. Gabriela Winkler wurde zudem als Vizepräsidentin der Regionalkonferenz gewählt.

Die nächste Vollversammlung der Regionalkonferenz Nördlich Lägern ist für Samstag, 21. November 2015, geplant. Dann diskutieren die Mitglieder den Entwurf des Schlussberichts zur Etappe 2.